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Geführtes Matching: Wie du Schritt für Schritt die passende Therapeut:in findest

Autor: MMag. DDr. Gregor Studlar BA
MMag. DDr. Gregor Studlar BA

Teil des matchyourtherapy-Teams. Schreibt über Psychotherapie, Kosten und Versorgung in Österreich.

6 Min. Lesezeit
Illustration: Eine Person wird Schritt für Schritt zur passenden Therapeut:in geführt, Symbolbild für das geführte Matching von matchyourtherapy
Auf Basis wissenschaftlicher Quellen. Zu den Quellen

Die einfachste Frage, die wir uns gestellt haben

Beim Matching haben wir uns eine ganz einfache Frage gestellt: Wie findet man eigentlich die beste Therapeutin oder den besten Therapeuten? Und die ehrlichste Antwort darauf ist: über jemanden, dem man vertraut. Wenn dir deine beste Freundin oder dein bester Freund jemanden empfiehlt, dann ist das das beste Match, das es gibt. Da sind wir ganz offen, wenn ihr diese Möglichkeit habt, nutzt sie.

Aber nicht jeder hat diese Person. Manche kennen niemanden, der eine gute Therapeut:in empfehlen könnte, und manche wollen schlicht nicht darüber sprechen. Genau für diese Menschen sind wir da. Also haben wir uns angeschaut, was die beste Freundin eigentlich so gut macht: Sie kennt dich, sie weiß, was du brauchst, und im Idealfall kennt sie auch die passende Therapeut:in. Es läuft also auf eine Mischung hinaus, das Zwischenmenschliche auf der einen Seite und die genaue fachliche Spezialisierung auf dein eigentliches Anliegen auf der anderen.

Genau das versuchen wir mit unserem geführten Matching abzubilden. Wir fragen das interaktiv ab, mit sehr viel Gedanken auf Bedienung und Gefühl, damit es sich gut und richtig anfühlt. Und damit, schauen wir es uns einfach an.

Der Startbildschirm des Matchings mit Themenauswahl und Suchfeld

Du musst deine Kategorie nicht kennen

Das ist uns besonders wichtig: Du musst nicht wissen, in welche Schublade dein Anliegen gehört. Niemand muss vorher eine Diagnose mitbringen. Wenn du mit den Fachbegriffen nichts anfangen kannst, tippst du oben einfach in eigenen Worten ein, was du spürst, und wir zeigen dir das, was am ehesten dazu passt.

Ein echtes Beispiel: Du schreibst „ich habe Angst, wenn ich schlafen gehe". Daraus macht das Matching im Hintergrund die nächstliegenden Themen, hier „Schlafprobleme & innere Unruhe" und „Angst & Panik". Du musst nur noch bestätigen, was sich richtig anfühlt.

Freitext-Eingabe „ich habe Angst wenn ich schlafen gehe" mit automatisch vorgeschlagenen Themen

Schritt für Schritt durch das Matching

Das Matching besteht aus vier kurzen Etappen, und fast alles daran ist freiwillig. Im ersten Schritt wählst du deine Themen. Im zweiten verfeinerst du sie zu konkreten Bereichen, auch das kannst du jederzeit überspringen, wenn dir nichts davon zusagt.

Zweiter Schritt: Auswahl konkreter Bereiche innerhalb eines Themas

Im dritten Schritt geht es um den Stil, und damit um genau das Zwischenmenschliche, das so entscheidend ist. Möchtest du eher Symptome lindern oder tiefer verstehen? Lieber klare Struktur oder freies Erzählen? Soll der Fokus auf der Gegenwart oder auf der Vergangenheit liegen? Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, nur das, was sich für dich stimmig anfühlt.

Dritter Schritt: Fragen zum gewünschten Therapie-Stil

Im letzten Schritt klären wir das Praktische: für wen du suchst, ob es online oder vor Ort sein soll, dein Kassenstatus, ein Budget und wie schnell du einen Termin brauchst. Auch das ist optional, aber je mehr du uns verrätst, desto genauer wird die Passung.

Vierter Schritt: praktische Angaben wie Sitzungsart, Kassenstatus, Budget und Verfügbarkeit

Deine Ergebnisse, transparent erklärt

Am Ende bekommst du keine endlose Liste, sondern eine nach Passgenauigkeit sortierte Auswahl: „Beste Übereinstimmung" zuerst, danach Profile mit kleineren und größeren Abstrichen. Und, das ist uns wichtig, auf jeder Karte steht transparent „Warum dieses Match", in einfachen Worten, was gepasst hat. Keine Black Box, sondern eine nachvollziehbare Empfehlung.

Ergebnisliste mit nach Passgenauigkeit gruppierten Therapeut:innen-Karten

Vergleichen, ganz in Ruhe

Du musst dich nicht sofort entscheiden. Wähle einfach zwei oder mehr Profile aus und vergleiche sie nebeneinander, inklusive einer transparenten Score-Zusammensetzung, die zeigt, wie stark fachliche Passung, Logistik und die übrigen Punkte jeweils ins Gewicht fallen.

Vergleichsansicht mit zwei Profilen nebeneinander und transparenter Score-Zusammensetzung

Für die technisch Interessierten

Jetzt wird es kurz technisch. Unser Algorithmus ist bewusst an Dating-Plattformen angelehnt, nicht aus Spielerei, sondern weil das Zwischenmenschliche in der Therapie einfach so wichtig ist. Die Forschung ist hier erstaunlich eindeutig: Die Qualität der Beziehung zwischen Therapeut:in und Klient:in gehört zu den stärksten Vorhersagefaktoren dafür, ob eine Therapie wirkt, oft mindestens so stark wie die konkrete Methode. Genau deshalb darf bei uns die Passung als Mensch nicht untergehen.

Deshalb haben wir den verschiedenen Punkten verschiedene Gewichtungen gegeben auf Basis unserer wissenschaftlichen Recherche. Diese Gewichte sind nicht starr: Wer es eilig hat, bei dem rückt das Praktische nach vorne; wer ein hartes Budget setzt, bei dem zählt der Preis stärker.

Dann kommen die Filter, und davon gibt es zwei Sorten. Harte Filter sind nicht verhandelbar: Wenn du ausschließlich online kannst, fallen reine Vor-Ort-Praxen weg; wenn du für dein Kind suchst, zeigen wir nur Therapeut:innen, die mit Kindern arbeiten. Weiche Filter dagegen sind genau das, weich. Findet sich nicht exakt das, was du angegeben hast, greift eine sanfte Lockerung, statt dir eine leere Liste zu zeigen.

Ein Beispiel: Du suchst im Umkreis von 10 km. Gibt es dort keine ideale fachliche Passung, rückt die Grenze ein Stück nach außen, und eine Therapeut:in, die 13 km entfernt arbeitet, erscheint trotzdem, sauber gekennzeichnet unter „Kleine Abstriche", statt einfach zu verschwinden. Persönliche Dinge wie Geschlecht oder Sprache lockern wir dabei zuletzt, weil sie am meisten zählen. Dahinter steckt also eine ganze Menge Logik, deren einziges Ziel es ist, dir den bestmöglichen Match zu zeigen.

Ohne Anmeldung, ohne gespeicherte Daten

Und jetzt das Wichtigste vorweg: Für all das brauchst du keinen Account. Keine Registrierung, keine E-Mail, kein Passwort. Während du dich durch das Matching klickst, wird nichts von dir gespeichert, deine Auswahl lebt nur in deinem Browser. Du kannst es so oft durchspielen, wie du möchtest, völlig anonym.

Erst wenn du dich entscheidest, eine Therapeut:in anzuschreiben, gibst du deine Kontaktdaten ein. Und auch dann hast du die Wahl: Mit einem einzigen Häkchen entscheidest du selbst, ob die Erkenntnisse aus dem Matching mitgeschickt werden oder nicht. Schickst du sie mit, kann sich die Therapeut:in besser auf dich vorbereiten. Lässt du sie weg, bekommt sie nur deine Nachricht, mehr nicht.

Anfrage-Formular mit aktivierter Option „Matching-Daten mitsenden"

Verschlüsselt von Anfang bis Ende

Datenschutz ist für uns kein Kleingedrucktes. Alle Anfragen verschlüsseln wir sauber mit dem etablierten Verfahren AES-256-GCM, bevor sie überhaupt in unsere Datenbank geschrieben werden. Die Benachrichtigung an die Therapeut:in enthält keinen Klartext, sondern nur einen Login-Link, den Inhalt sieht sie erst entschlüsselt direkt bei uns auf der Plattform. Wenn ihr also eine Anfrage bekommt, lest ihr sie direkt bei uns, nicht im Mail-Postfach. Selbst bei einem vollständigen Datenbank-Leck läge dort nur unbrauchbarer Ciphertext.

Wie genau das funktioniert, haben wir auf unserer Sicherheitsseite offen aufgeschrieben, DSGVO-konform, auf EU-Servern und ohne persönliche Klartext-Daten in unseren Logs. Deine Therapie-Suche ist eine private Angelegenheit, und wir behandeln sie auch technisch so.

Wir entwickeln das weiter

In der Theorie klingt das alles schön und gut. Aber wie das so ist: Was wirklich zählt, sehen wir erst daran, wie echte Menschen das Matching nutzen. Genau darauf sind wir vorbereitet, wir wollen diesen Prozess laufend verbessern. Und da kommst du ins Spiel: Wenn du eine Idee hast, etwas hakt oder dir etwas fehlt, schreib uns einfach an info@matchyourtherapy.at. Wir freuen uns riesig über jedes Feedback.

Probier das geführte Matching gleich selbst aus.

Häufige Fragen

Brauche ich für das Matching ein Konto?
Nein. Das geführte Matching funktioniert komplett ohne Registrierung, ohne E-Mail, ohne Passwort. Während du es nutzt, wird nichts von dir gespeichert; deine Auswahl bleibt nur in deinem Browser. Erst wenn du selbst eine Therapeut:in anschreiben möchtest, gibst du Kontaktdaten ein.
Muss ich wissen, welche Diagnose oder Kategorie auf mich zutrifft?
Nein. Du kannst oben einfach in eigenen Worten eintippen, was dich beschäftigt, zum Beispiel „ich habe Angst, wenn ich schlafen gehe". Das Matching schlägt dir dann automatisch die nächstliegenden Themen vor. Fachbegriffe musst du keine kennen.
Was passiert mit den Daten aus meinem Matching?
Während des Matchings werden keine Daten gespeichert. Wenn du eine Anfrage sendest, entscheidest du per Häkchen selbst, ob die Erkenntnisse aus dem Matching mitgeschickt werden. Alle Anfragen werden mit AES-256-GCM verschlüsselt gespeichert und sind für die Therapeut:in erst nach Login entschlüsselt sichtbar.
Warum ist der Algorithmus an Dating-Plattformen angelehnt?
Weil die zwischenmenschliche Passung in der Therapie nachweislich eine zentrale Rolle für den Erfolg spielt. Wir gewichten daher nicht nur die fachliche Spezialisierung, sondern auch den Stil und das Gefühl, ähnlich, wie Dating-Plattformen die Passung zwischen Menschen modellieren.
Was ist der Unterschied zwischen weichen und harten Filtern?
Harte Filter sind nicht verhandelbar, zum Beispiel, wenn du ausschließlich online kannst oder für dein Kind suchst. Weiche Filter lockern sich automatisch, wenn es keine exakte Übereinstimmung gibt: Statt einer leeren Liste zeigen wir dir dann die nächstbesten Treffer, sauber als „Kleine Abstriche" gekennzeichnet.
Sehe ich, warum mir eine bestimmte Therapeut:in vorgeschlagen wird?
Ja. Auf jeder Ergebniskarte steht „Warum dieses Match" mit einer kurzen, verständlichen Begründung. Im Vergleich siehst du zusätzlich die Score-Zusammensetzung, also, wie stark die einzelnen Punkte ins Gewicht gefallen sind.

Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

  1. [1]

    Flückiger, C., Del Re, A. C., Wampold, B. E., & Horvath, A. O. (2018). The alliance in adult psychotherapy: A meta-analytic synthesis. Psychotherapy, 55(4), 316–340 https://doi.org/10.1037/pst0000172

  2. [2]

    Wampold, B. E. (2015). How important are the common factors in psychotherapy? An update. World Psychiatry, 14(3), 270–277 https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4592639/

  3. [3]

    Norcross, J. C., & Wampold, B. E. (2011). Evidence-based therapy relationships: Research conclusions and clinical practices. Psychotherapy, 48(1), 98–102 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21401280/

  4. [4]

    Swift, J. K., & Callahan, J. L. (2009). The impact of client treatment preferences on outcome: A meta-analysis. Journal of Clinical Psychology, 65(4), 368–381 https://doi.org/10.1002/jclp.20553

  5. [5]

    Constantino, M. J., et al. (2021). Effect of matching therapists to patients vs assignment as usual on adult psychotherapy outcomes: A randomized clinical trial. JAMA Psychiatry, 78(9), 960–969 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34106240/

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