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Günstige Psychotherapie in Österreich: mit Ausbildungskandidat:innen sparen (2026)

Autor: MMag. DDr. Gregor Studlar BA
MMag. DDr. Gregor Studlar BA

Teil des matchyourtherapy-Teams. Schreibt über Psychotherapie, Kosten und Versorgung in Österreich.

7 Min. Lesezeit
Illustration: eine Person findet den richtigen Weg, Symbolbild für den Weg zu günstiger Psychotherapie bei Therapeut:innen in Ausbildung unter Supervision in Österreich
Auf Basis wissenschaftlicher Quellen. Zu den Quellen

Warum Therapie bei Ausbildungskandidat:innen so viel günstiger ist

Eine Wahltherapie-Sitzung bei einer fertig ausgebildeten Therapeut:in kostet in Österreich meist 100 bis 170 Euro. Bei Therapeut:innen in Ausbildung unter Supervision sind es oft nur 30 bis 60 Euro. Das ist kein Rabatt und kein Qualitätsabschlag, sondern hat einen einfachen Grund: Diese Personen absolvieren den praktischen Teil ihrer Psychotherapie-Ausbildung und brauchen dafür Klient:innen, geben die Erfahrung aber über einen niedrigeren Preis weiter.

Wer sind diese Ausbildungskandidat:innen?

Der Status heißt offiziell „in Ausbildung unter Supervision", das ist bis 30.09.2026 die gültige Bezeichnung. Wichtig zu verstehen, wen Sie da vor sich haben:

  • Sie stecken im fortgeschrittenen, praktischen Teil ihrer mehrjährigen Psychotherapie-Ausbildung und haben einen großen Teil davon bereits absolviert
  • Sie arbeiten unter Supervision, das heißt eine erfahrene Lehrtherapeut:in bespricht die Fälle regelmäßig mit ihnen
  • Sie sind in einer anerkannten Methode geschult, etwa Verhaltenstherapie, systemische oder personzentrierte Therapie
  • Viele bringen bereits Lebens- und Berufserfahrung aus einem Erststudium oder einem früheren Beruf mit
  • Die Supervision ist dabei kein Nachteil, sondern oft ein Plus: An Ihrem Anliegen arbeitet faktisch nicht nur eine Person, sondern indirekt auch die erfahrene Supervisor:in im Hintergrund.

Was mit Kassenzuschuss und Steuer ist

Hier liegt der eine echte Haken, den Sie kennen sollten. Weil Ausbildungskandidat:innen noch nicht in die Psychotherapeut:innenliste des Gesundheitsministeriums eingetragen sind, gibt es für ihre Sitzungen keinen ÖGK-Kostenzuschuss. Der niedrige Preis ist also der Vorteil, nicht ein Zuschuss obendrauf.

Rechnen wir es gegen: Eine fertige Wahltherapeut:in kostet zum Beispiel 100 Euro, abzüglich 33,70 Euro ÖGK-Zuschuss bleiben rund 66 Euro Eigenkosten. Eine Ausbildungskandidat:in für 50 Euro ist damit oft günstiger, obwohl es keinen Zuschuss gibt. Aus demselben Grund ist die steuerliche Absetzbarkeit hier im Einzelfall zu klären, da die Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung an die eingetragene Therapeut:in anknüpft. Wie der Zuschuss und die Steuer bei fertigen Therapeut:innen funktionieren, steht in unseren Leitfäden zum ÖGK-Kostenzuschuss und zum Steuer absetzen.

Für wen sich das besonders lohnt

  • Für alle, die selbst zahlen und einfach die günstigste seriöse Option suchen
  • Für alle, die keinen Kassenplatz frei bekommen und die lange Wartezeit überbrücken wollen, mehr dazu im Ratgeber Kein Kassenplatz frei?
  • Für alle, die schnell starten wollen, weil Ausbildungskandidat:innen häufiger freie Plätze haben
  • Weniger geeignet ist es, wenn Sie unbedingt den ÖGK-Zuschuss mitnehmen möchten, dann brauchen Sie eine eingetragene Therapeut:in

Wie Sie eine passende Person finden

Ausbildungskandidat: innen arbeiten oft in Lehrpraxen der Ausbildungsinstitute oder in eigener Praxis unter Supervision. Auf matchyourtherapy.at filtern Sie kostenlos nach Ort, Methode, Schwerpunkt und Verfügbarkeit und sehen den Stundensatz direkt im Profil, so erkennen Sie die günstigen Angebote sofort. Was die verschiedenen Wege im Vergleich kosten, spielen Sie mit dem Therapiekosten-Rechner durch. Den großen Überblick über alle Modelle und Preise gibt der Kosten-Leitfaden für Psychotherapie in Österreich.

Häufige Fragen

Was kostet Psychotherapie bei Ausbildungskandidat:innen?
Meist 30 bis 60 Euro pro Sitzung, gegenüber 100 bis 170 Euro bei fertig ausgebildeten Therapeut:innen. Der niedrigere Preis kommt daher, dass sie den praktischen Teil ihrer Ausbildung absolvieren und ihre Arbeit unter Supervision einer erfahrenen Lehrtherapeut:in stattfindet.
Ist die Qualität bei Therapeut:innen in Ausbildung schlechter?
Nicht grundsätzlich. Ausbildungskandidat:innen haben einen großen Teil ihrer mehrjährigen Ausbildung absolviert, sind in einer Methode geschult und arbeiten unter Supervision. Diese Supervision bedeutet, dass indirekt auch eine erfahrene Therapeut:in auf Ihren Fall schaut.
Gibt es für Ausbildungskandidat:innen einen Kassenzuschuss?
Nein. Weil sie noch nicht in die Psychotherapeut:innenliste eingetragen sind, gibt es keinen ÖGK-Kostenzuschuss. Der Vorteil ist der niedrige Grundpreis von 30 bis 60 Euro, der oft trotzdem günstiger ist als der Eigenanteil nach Zuschuss bei einer fertigen Therapeut:in.
Ist Therapie bei Ausbildungskandidat:innen steuerlich absetzbar?
Das ist im Einzelfall zu klären. Die Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung knüpft an die eingetragene Psychotherapeut:in an, weshalb sie bei Ausbildungskandidat:innen nicht sicher gegeben ist. Im Zweifel fragen Sie beim Finanzamt oder der Arbeiterkammer nach.
Wie finde ich eine günstige Therapeut:in in Ausbildung?
Über Lehrpraxen der Ausbildungsinstitute oder über eine Suche wie matchyourtherapy.at, wo Sie nach Ort, Methode und Verfügbarkeit filtern und den Stundensatz direkt im Profil sehen. So erkennen Sie die günstigen Angebote sofort und können schnell ein Erstgespräch vereinbaren.

Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

  1. [1]

    Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Psychotherapie, Kostenzuschuss und eingetragene Therapeut:innen, Stand Jänner 2026 https://www.oegk.at/cdscontent/?contentid=10007.870222

  2. [2]

    ÖBVP (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie): Ausbildung, Status unter Supervision und Kosten https://www.psychotherapie.at/patientinnen/ueber-psychotherapie/kosten-einer-psychotherapie

  3. [3]

    Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Psychotherapiegesetz und Berufsbezeichnungen https://www.sozialministerium.at

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