Zum Hauptinhalt springenZur Navigation springen
Zurück zu Wissen, das dir wirklich hilft.

Private Krankenversicherung und Psychotherapie: Was zahlt die Zusatzversicherung?

Autor: MMag. DDr. Gregor Studlar BA
MMag. DDr. Gregor Studlar BA

Teil des matchyourtherapy-Teams. Schreibt über Psychotherapie, Kosten und Versorgung in Österreich.

12 Min. Lesezeit
Illustration: Nachdenkliche Person, Symbolbild für die Frage, ob eine private Krankenversicherung die Kosten einer Psychotherapie in Österreich übernimmt
Auf Basis wissenschaftlicher Quellen. Zu den Quellen

Warum die Kasse oft nicht reicht

Psychotherapie ist in Österreich eine Kassenleistung, aber in der Praxis zahlen viele einen großen Teil selbst. Kassenplätze mit voller Kostenübernahme sind knapp, die Wartezeiten liegen oft bei vielen Monaten. Wer schneller starten will, geht zu einer Wahltherapeut:in und bekommt von der Kasse nur einen Kostenzuschuss.

Der Zuschuss ist ein fixer Betrag und deckt nur einen Teil des Honorars. Bei typischen Stundensätzen zwischen 80 und 170 Euro bleiben pro Sitzung rund 30 bis 136 Euro Eigenkosten, bei der ÖGK mindestens rund 46 Euro.

Krankenkasse Zuschuss pro Sitzung 2026 Eigenanteil bei 110 € Honorar
ÖGK 33,70 € 76,30 €
SVS (Selbstständige) 50,00 € 60,00 €
BVAEB (Beamte, Eisenbahn, Bergbau) 50,20 € 59,80 €

Bei rund 40 bis 45 Sitzungen im Jahr und 110 Euro Honorar sind das schnell 2.400 bis 3.400 Euro. Und in manchen Fällen zahlt die Kasse gar nichts, etwa bei Paartherapie oder wenn die Bewilligung fehlt. Genau hier kommt die private Krankenversicherung ins Spiel. Wie der Zuschuss im Detail funktioniert, erklären unser Leitfaden zum ÖGK-Kostenzuschuss und für alle Kassen der Leitfaden zum Kassenzuschuss.

Welche private Versicherung zahlt Psychotherapie?

Für die allermeisten Menschen in Österreich gilt die gesetzliche Pflichtversicherung, eine private Versicherung kann sie nicht ersetzen, sondern nur ergänzen. Ausnahme sind einige Freiberufler:innen, etwa Ärzt:innen oder Rechtsanwält:innen, die über ihre Kammer ein sogenanntes Opting-out wählen können. Für alle anderen sind private Krankenversicherungen Zusatzversicherungen, und nicht jede davon hat etwas mit Psychotherapie zu tun. Entscheidend ist der Tariftyp:

Tariftyp Deckt vor allem Psychotherapie?
Sonderklasse Spital: Zweibettzimmer, freie Arztwahl Nein, nur stationär
Privatarzt- oder Wahlarzt-Tarif Wahlarzt-Honorare, Heilbehelfe, Therapien Ja, meist ab der mittleren Stufe, mit eigenem Jahreslimit
Mental- oder Coaching-Baustein Beratung, Coaching, Online-Programme In der Regel nein
Betriebliche Gruppenversicherung Je nach Vertrag, oft Privatarzt-Leistungen Möglich, Vertrag des Arbeitgebers prüfen

Die wichtigste Erkenntnis: Wenn Sie wegen Psychotherapie eine Versicherung suchen, brauchen Sie einen ambulanten Privatarzt-Tarif, in dem Psychotherapie ausdrücklich als Leistung genannt ist. Die günstigste Einstiegsstufe enthält sie bei mehreren Anbietern nicht.

Achtung bei Mental-Bausteinen

Mehrere Versicherer bewerben inzwischen „Mental Health“-Leistungen. Dahinter steckt oft Coaching, Lebens- und Sozialberatung oder psychologische Online-Beratung mit wenigen Einheiten pro Jahr, aber keine Psychotherapie bei einer eingetragenen Psychotherapeut:in. Das kann hilfreich sein, ersetzt aber keine Behandlung einer psychischen Erkrankung. Lesen Sie im Tarif genau nach, welche Berufsgruppe bezahlt wird.

Haben Sie vielleicht schon eine Polizze?

Bevor Sie über einen Neuabschluss nachdenken: Viele Menschen haben bereits eine Zusatzversicherung, über die Eltern, den Arbeitgeber oder einen alten Vertrag, und wissen nicht, dass sie Psychotherapie mitfinanziert. Suchen Sie in Ihren Unterlagen nach einem ambulanten Baustein oder fragen Sie beim Versicherer nach. Kinder sind oft in einem Familienvertrag mitversichert, mit eigenen Limits.

Wie die Erstattung funktioniert

Bei den meisten Anbietern läuft die Erstattung nacheinander: erst die Kasse, dann die Private.

  • Schritt 1: Sie bezahlen die Honorarnote Ihrer Wahltherapeut:in und reichen sie wie gewohnt bei Ihrer Krankenkasse ein
  • Schritt 2: Sobald der Kassenzuschuss überwiesen ist, reichen Sie die Honorarnote samt Abrechnung der Kasse und ärztlicher Verordnung bei der privaten Versicherung ein. Die meisten Versicherer haben dafür eine App oder ein Kundenportal
  • Schritt 3: Die Private erstattet die Differenz, je nach Tarif bis zu 100 Prozent des Honorars, begrenzt durch das Jahreslimit für Psychotherapie und einen allfälligen Selbstbehalt

Mit Kasse bis 100 Prozent, ohne Kasse weniger

Ein verbreitetes Modell, das etwa die Wiener Städtische für ihre Privatarzt-Tarife beschreibt: Wenn die Kasse etwas zahlt, erstattet die Private den Rest bis zu 100 Prozent. Wenn die Kasse nichts zahlt, erstattet sie rund 80 Prozent. Die Merkur verlangt ausdrücklich, dass Psychotherapie-Rechnungen zuerst bei der Sozialversicherung eingereicht werden, und akzeptiert danach die Abrechnung der Kasse oder deren Ablehnungsschreiben. Reichen Sie Rechnungen zeitnah ein: Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag verjähren, und manche Bedingungen sehen eigene Einreichfristen vor.

Das Jahreslimit ist der Knackpunkt

Fast alle Tarife haben für Psychotherapie ein eigenes Limit pro Kalenderjahr, das deutlich unter der Gesamtleistung des Tarifs liegt. Die konkreten Beträge stehen im Tarifblatt und liegen oft bei einigen hundert Euro pro Jahr, in Premium-Tarifen auch darüber. Das ist eine spürbare Entlastung, finanziert aber selten eine ganze Therapie. Fragen Sie deshalb immer nach dem konkreten Betrag für Psychotherapie, nicht nur nach der Gesamtsumme des Tarifs. Ein Rechenbeispiel für eine ÖGK-Versicherte mit 40 Sitzungen im Jahr zu je 110 Euro und einem angenommenen Limit von 600 Euro:

Posten Betrag im Jahr
Honorar (40 × 110 €) 4.400 €
ÖGK-Zuschuss (40 × 33,70 €) − 1.348 €
Eigenanteil ohne Zusatzversicherung 3.052 €
Private Zusatzversicherung (bis zum Limit) − 600 €
Eigenanteil mit Zusatzversicherung 2.452 €

Das Limit deckt also etwa die ersten sieben Sitzungen vollständig und die achte zum größten Teil, danach zahlen Sie wieder den vollen Eigenanteil.

Was passiert, wenn die Kasse nicht zahlt?

Das ist die Frage, mit der die meisten zur Zusatzversicherung kommen. Die Antwort hängt davon ab, warum die Kasse nicht zahlt:

Warum die Kasse nicht zahlt Zahlt die Private? Warum
Bewilligung ab der 11. Sitzung fehlt oder kam zu spät Je nach Tarif, oft mit niedrigerer Quote (z. B. 80 %) Formaler Grund, die Behandlung selbst ist gedeckt
Therapeut: in in Ausbildung unter Supervision Meist nein Tarife verlangen eine eingetragene Psychotherapeut:in
Paartherapie, Familienberatung ohne Diagnose Meist nein Keine Krankenbehandlung
Coaching, Lebens- und Sozialberatung Nur über eigenen Coaching-Baustein Keine Psychotherapie
Keine krankheitswertige Störung festgestellt Meist nein Auch die Private verlangt eine Diagnose

Faustregel: Die private Versicherung springt dort ein, wo die Kasse aus formalen Gründen oder wegen der Höhe nicht zahlt. Wo es sich nach den Regeln nicht um eine Krankenbehandlung handelt, zahlt meist auch die Private nicht. Lassen Sie sich im Zweifel vor Therapiebeginn schriftlich bestätigen, ob Ihr Fall gedeckt ist. Lehnt die Private eine Leistung ab, die Sie für gedeckt halten, können Sie sich an die Beschwerdestelle des Versicherers, den VKI oder die Arbeiterkammer wenden.

Was kostet eine Zusatzversicherung?

Illustration: Geldbörse, Symbolbild für die Kosten einer privaten Zusatzversicherung

Die Prämie hängt von Alter, Wohnort und Tarifstufe ab. Die Allianz nennt als Beispiel für einen 21-Jährigen rund 41 Euro im Monat in der Stufe Comfort und rund 90 Euro in der Stufe Extra, der ersten mit Psychotherapie. Für Ältere und in Wien liegen die Prämien höher. Tarife mit Psychotherapie liegen meist nicht in der billigsten Stufe.

Rechnen Sie ehrlich: Bei rund 1.000 Euro Prämie im Jahr und einem Psychotherapie-Limit von einigen hundert Euro lohnt sich die Versicherung nicht wegen der Psychotherapie allein. Sinnvoll ist sie, wenn Sie ohnehin regelmäßig Wahlärzt:innen, Physiotherapie oder andere ambulante Leistungen nutzen und die Psychotherapie ein zusätzlicher Baustein ist.

Anbieter im Überblick

Die folgenden Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Tarifinformationen der Versicherer, Stand September 2026. Tarife ändern sich laufend, verbindlich sind nur die Versicherungsbedingungen und das Tarifblatt Ihres Vertrags. Dieser Überblick ist keine Versicherungsberatung und keine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter.

Versicherer Psychotherapie ab Stufe Gut zu wissen
UNIQA Privatarzt Optimal (nicht Start) Nur ärztlich verordnet. „Mental wachsen“ zahlt Coaching, keine Psychotherapie
Wiener Städtische MEDplus Privatarzt Basic (nicht Smart) Mit Kassenleistung bis 100 %, ohne rund 80 %, bis zum Limit
Allianz Privatarzt Extra (nicht Comfort) „Meine Mentalkraft“: 4 Online-Beratungen im Jahr, keine Psychotherapie
Merkur Privatarzt-Tarife Rechnung zuerst bei der Kasse, ärztliche Verordnung mit Diagnose
muki Wahlarzt Ambulant Standard Ärztliche Anordnung, eigenes Limit, 8 Monate Wartezeit
Generali Privatarzt-Tarife Als Leistung genannt, Limit im Tarifblatt prüfen
DONAU Securmed Ambulant Small Voraussetzungen und Limit im Tarifblatt prüfen

Die konkreten Euro-Beträge für Psychotherapie veröffentlichen die meisten Versicherer nicht auf ihrer Website. Eine Ausnahme ist muki, das je nach Tarifvariante 488 oder 796 Euro pro Jahr für Psychotherapie angibt. Fordern Sie vor dem Abschluss das Tarifblatt an oder fragen Sie gezielt nach: Wie viel Euro pro Jahr gibt es für Psychotherapie? Für eine individuelle Beratung können Sie sich auch an eine unabhängige Versicherungsmakler:in wenden.

Bevor Sie abschließen: Gesundheitsfragen und Vorerkrankungen

Illustration: geschützte Daten, Symbolbild für Gesundheitsfragen und Diagnosen in der Versicherungsakte

Private Krankenversicherungen prüfen vor dem Abschluss Ihren Gesundheitszustand. In den Gesundheitsfragen wird regelmäßig nach psychischen Erkrankungen, Psychotherapie und psychiatrischer Behandlung in den letzten Jahren gefragt. Daraus ergeben sich drei Regeln und ein Trost:

  • Rechtzeitig abschließen: Wer bereits in Therapie ist oder eine psychische Diagnose hat, bekommt häufig einen Leistungsausschluss für genau diesen Bereich, einen Prämienzuschlag oder eine Ablehnung. Eine laufende Therapie nachträglich zu versichern, funktioniert meist nicht. Dasselbe gilt für ein späteres Tarif-Upgrade: Für die Mehrleistung wird meist neu geprüft
  • Immer wahrheitsgemäß antworten: Verschweigen Sie eine Diagnose oder Behandlung, verletzen Sie die vorvertragliche Anzeigepflicht nach Paragraf 16 ff Versicherungsvertragsgesetz. Der Versicherer kann dann vom Vertrag zurücktreten und für damit zusammenhängende Versicherungsfälle die Leistung verweigern. In der Krankenversicherung geht das grundsätzlich innerhalb von drei Jahren nach Abschluss, bei arglistigem Verschweigen auch danach. Das gilt auch für Diagnosen, die Sie selbst für unbedeutend halten
  • Ausschlüsse später überprüfen lassen: Viele Versicherer bieten an, einen Ausschluss nach einigen Jahren beschwerdefreier Zeit neu zu prüfen. Fragen Sie danach
  • Wenn Sie bereits in Behandlung sind: Der Kassenzuschuss, die klinisch-psychologische Behandlung auf Kasse und die steuerliche Absetzbarkeit bleiben Ihnen unabhängig davon, mehr dazu weiter unten

Die Diagnose in der Akte

Für die Erstattung braucht die Private eine Diagnose, sie landet also in Ihrer Versicherungsakte. Relevant wird das vor allem später, etwa beim Abschluss einer Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung, wo wieder nach psychischen Erkrankungen gefragt wird. Wer das vermeiden will, kann die Therapie selbst zahlen, dann liegt bei der Versicherung keine Diagnose. Wird später ausdrücklich nach einer psychotherapeutischen Behandlung gefragt, müssen Sie diese trotzdem wahrheitsgemäß angeben. Mehr zu dieser Abwägung im Beitrag Kassenplatz, Wahltherapie oder Selbstzahler?

Wartezeit bis zu 8 Monate

Nach Vertragsbeginn gibt es eine Wartezeit, in der noch nicht geleistet wird. Das Versicherungsvertragsgesetz (Paragraf 178d) erlaubt allgemein höchstens 3 Monate. Für Psychotherapie ist eine besondere Wartezeit von bis zu 8 Monaten zulässig, und manche Anbieter schöpfen sie voll aus. Wer heute abschließt, bekommt Psychotherapie also unter Umständen erst im nächsten Jahr erstattet.

Checkliste: Diese Fragen stellen Sie dem Versicherer

Illustration: Person mit Fragezeichen, Symbolbild für die Fragen an den Versicherer

Lassen Sie sich die Antworten auf diese Fragen vor der Unterschrift geben, am besten schriftlich oder direkt aus dem Tarifblatt:

  • Ist Psychotherapie in meinem Tarif ausdrücklich enthalten, und ab welcher Tarifstufe?
  • Wie hoch ist das Jahreslimit für Psychotherapie in Euro?
  • Wie viel Prozent werden erstattet, wenn die Kasse einen Zuschuss zahlt, und wie viel, wenn sie nichts zahlt?
  • Gibt es einen jährlichen Selbstbehalt?
  • Brauche ich eine ärztliche Verordnung, und von wem (Hausärzt:in, Psychiater:in)?
  • Welche Berufsgruppen sind gedeckt: nur eingetragene Psychotherapeut:innen oder auch klinische Psycholog:innen?
  • Sind Online-Sitzungen gedeckt?
  • Wie lange ist die Wartezeit für Psychotherapie?
  • Bis wann muss ich Rechnungen einreichen?
  • Wie lange reichen die Gesundheitsfragen zurück, und was passiert bei einer früheren Therapie?

Weitere Wege, die Kosten zu senken

Illustration: Person an einer Weggabelung, Symbolbild für andere Wege, die Therapiekosten zu senken

Auch ohne private Versicherung gibt es Möglichkeiten, die Eigenkosten zu drücken. Was am Ende übrig bleibt, können Sie mit unserem Therapiekosten-Rechner durchspielen, einen Überblick über alle Kosten gibt der Kosten-Leitfaden für Psychotherapie in Österreich. Diese Wege sollten Sie kennen:

  • Arbeitgeber fragen: Manche Unternehmen bieten eine betriebliche Krankenversicherung an. Beiträge des Arbeitgebers sind bis 300 Euro im Jahr für Sie steuerfrei, sofern er sie allen Mitarbeitenden oder einer bestimmten Gruppe gewährt. Viele Firmen haben zudem ein Employee Assistance Programme (EAP) mit anonymer, kostenloser psychologischer Beratung, das allerdings keine Psychotherapie ersetzt
  • Steuer: Die selbst getragenen Kosten einer Psychotherapie wegen einer Erkrankung können Sie als außergewöhnliche Belastung geltend machen, abzüglich Kassen- und Versicherungserstattungen. Das Finanzamt zieht dabei einen einkommensabhängigen Selbstbehalt ab. Die Prämien der Zusatzversicherung selbst sind seit 2021 nicht mehr als Sonderausgaben absetzbar, auch nicht bei älteren Verträgen
  • Klinisch-psychologische Behandlung: Sie ist seit 2024 Kassenleistung und seit 2026 in einem begrenzten Kontingent auch ohne Vorfinanzierung erhältlich. Für viele Anliegen ist sie eine vollwertige Option. Details im Beitrag zur klinisch-psychologischen Behandlung auf Kasse
  • Ausbildung unter Supervision: Therapeut:innen in Ausbildung verlangen meist 30 bis 60 Euro pro Sitzung, dafür gibt es keinen Kassenzuschuss und meist keine private Erstattung

Fazit

Eine private Zusatzversicherung kann Psychotherapie in Österreich deutlich günstiger machen, und in manchen Fällen zahlt sie auch dann, wenn die Kasse ablehnt. Sie ist aber kein Freifahrtschein: Nur ambulante Privatarzt-Tarife, meist ab der mittleren Stufe, decken Psychotherapie, das Jahreslimit ist begrenzt, und wer schon in Behandlung ist, wird oft ausgeschlossen. Wenn Sie bereits eine Zusatzversicherung haben, reichen Sie Ihre Honorarnoten auf jeden Fall ein. Wenn Sie eine abschließen wollen, tun Sie es möglichst, bevor Sie eine Behandlung brauchen, und klären Sie vorher schwarz auf weiß, was im Tarif für Psychotherapie steht.

Passende Therapeut:in finden

Illustration: Gespräch mit einer Psychotherapeutin

Welche Versicherung auch immer zahlt: Entscheidend ist, dass die Therapeut:in zu Ihnen passt. Auf matchyourtherapy.at suchen Sie kostenlos unter eingetragenen Psychotherapeut:innen in ganz Österreich, filtern nach Ort, Methode, Schwerpunkt und Verfügbarkeit und sehen die Stundensätze direkt im Profil.

Häufige Fragen

Zahlt die private Krankenversicherung Psychotherapie?
Ja, aber nur ambulante Privatarzt- oder Wahlarzt-Tarife, meist ab der mittleren Tarifstufe. Erstattet wird nach dem Kassenzuschuss bis zu 100 Prozent des Honorars, begrenzt durch ein eigenes Jahreslimit für Psychotherapie. Die Sonderklasse deckt nur Spitalsaufenthalte und zahlt keine ambulante Psychotherapie.
Zahlt die Zusatzversicherung, wenn die Krankenkasse nicht zahlt?
Das hängt vom Grund ab. Scheitert der Kassenzuschuss an formalen Gründen, etwa einer fehlenden Bewilligung, erstatten manche Tarife trotzdem einen Teil, bei der Wiener Städtischen etwa rund 80 Prozent bis zum Jahreslimit. Bei Paartherapie, Coaching oder Therapeut:innen in Ausbildung zahlt meist auch die Private nicht, weil sie ebenfalls eine Krankenbehandlung durch eine eingetragene Psychotherapeut:in voraussetzt.
Muss ich die Rechnung zuerst bei der Krankenkasse einreichen?
Bei den meisten Versicherern ja. Sie reichen die Honorarnote zuerst bei ÖGK, SVS oder BVAEB ein und danach mit der Abrechnung oder dem Ablehnungsschreiben der Kasse und der ärztlichen Verordnung bei der Privaten.
Kann ich eine Zusatzversicherung abschließen, wenn ich schon in Therapie bin?
Abschließen meist schon, aber die laufende Behandlung und oft psychische Erkrankungen insgesamt werden dann in der Regel ausgeschlossen, oder es gibt einen Prämienzuschlag. Sie müssen die Therapie in den Gesundheitsfragen angeben. Wer sie verschweigt, riskiert, dass der Versicherer vom Vertrag zurücktritt und nicht zahlt.
Wie lange ist die Wartezeit für Psychotherapie?
Das Versicherungsvertragsgesetz erlaubt für Psychotherapie eine besondere Wartezeit von bis zu 8 Monaten ab Vertragsbeginn, allgemein höchstens 3 Monate. Wie lange sie in Ihrem Tarif ist, steht in den Versicherungsbedingungen.
Zahlt die Zusatzversicherung auch klinisch-psychologische Behandlung?
Manche Tarife ja, oft gemeinsam mit Psychotherapie im selben Limit. Da klinisch-psychologische Behandlung inzwischen Kassenleistung ist, lohnt sich zuerst der Blick auf die Kasse. Fragen Sie beim Versicherer nach, welche Berufsgruppen gedeckt sind.
Lohnt sich eine private Krankenversicherung nur wegen Psychotherapie?
Meist nicht. Die Prämien für Tarife mit Psychotherapie liegen oft bei rund 1.000 Euro im Jahr oder mehr, das Psychotherapie-Limit meist bei einigen hundert Euro. Sinnvoll ist sie, wenn Sie auch andere ambulante Leistungen wie Wahlärzt:innen oder Physiotherapie nutzen.

Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

  1. [1]

    Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK): Psychotherapie, Kostenzuschuss und Bewilligung https://www.oegk.at/cdscontent/?contentid=10007.870222

  2. [2]

    ÖGK: Klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung https://www.oegk.at/cdscontent/?contentid=10007.897679

  3. [3]

    ÖGK: Klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung fixiert (Presseaussendung, 11.12.2023) https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20231211_OTS0089/klinisch-psychologische-behandlung-als-kassenleistung-fixiert

  4. [4]

    ÖBVP: Kosten einer Psychotherapie, Zuschusssätze der Kassen Stand 1.1.2026 https://www.psychotherapie.at/patientinnen/ueber-psychotherapie/kosten-einer-psychotherapie

  5. [5]

    BVAEB: Psychotherapie, Kostenzuschuss https://www.bvaeb.at/cdscontent/?contentid=10007.840357

  6. [6]

    RA-Vorsorge: Krankenversicherung für Rechtsanwält:innen (Opting-out) https://www.ra-vorsorge.at/gesundheit/

  7. [7]

    Versicherungsvertragsgesetz, § 178d (Wartezeiten in der Krankenversicherung) https://www.jusline.at/gesetz/versvg/paragraf/178d

  8. [8]

    Versicherungsvertragsgesetz, § 178k (Rücktritt in der Krankenversicherung) https://www.jusline.at/gesetz/versvg/paragraf/178k

  9. [9]

    VKI: FAQ Private Krankenversicherung https://faq.vki.at/faq/private-krankenversicherung

  10. [10]

    Arbeiterkammer Oberösterreich: Wenn die private Krankenversicherung nicht zahlt https://ooe.arbeiterkammer.at/beratung/konsumentenschutz/versichern/Wenn-die-private-Krankenversicherung-nicht-zahlt.html

  11. [12]

    Wiener Städtische: FAQ Privatarzt-Versicherung https://www.wienerstaedtische.at/service/faq-gesund-fit.html

  12. [17]

    Merkur Versicherung: Leistungseinreichung https://portal.merkur.at/leistungseinreichung

  13. [19]

    Generali: Krankenversicherung medclassic (Leistungen inkl. Psychotherapie) https://www.generali.at/privatkunden/gesundheit/krankenversicherung-pakete/medclassic/

Das könnte dich auch interessieren

Weitere Artikel, die dich interessieren könnten