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Welche Psychotherapie passt zu mir? 4 Richtungen im Vergleich (Österreich 2026)

Autor: MMag. DDr. Gregor Studlar BA
MMag. DDr. Gregor Studlar BA

Teil des matchyourtherapy-Teams. Schreibt über Psychotherapie, Kosten und Versorgung in Österreich.

9 Min. Lesezeit
Illustration: Eine Person mit verschränkten Armen wägt zwei Gruppen von Notizen und Optionen ab, Symbolbild für die Wahl zwischen den vier Psychotherapie-Richtungen in Österreich
Auf Basis wissenschaftlicher Quellen. Zu den Quellen

Sie möchten eine Psychotherapie beginnen, wissen aber nicht, welche Richtung zu Ihnen passt? Die gute Nachricht zuerst: Sie müssen sich nicht festlegen, bevor Sie anfangen. In Österreich gibt es vier gesetzlich verankerte Richtungen, die sich in Arbeitsweise, Frequenz und Dauer unterscheiden, aber alle anerkannt sind und unabhängig von der Richtung bezuschusst werden. Dieser Leitfaden zeigt die Unterschiede im Vergleich, erklärt, was belegt ist, und hilft Ihnen mit fünf Fragen bei der Wahl.

Die kurze Antwort: die vier Richtungen im Vergleich

So unterscheiden sich die Richtungen in Schwerpunkt und Arbeitsweise. Die Grenzen sind fließend, laut Ministerium sind Überlappungen zwischen den Richtungen möglich, und die Tabelle ersetzt keine Diagnose und keine Behandlungsempfehlung:

Richtung Typischer Schwerpunkt Häufige Arbeitsweise
Verhaltenstherapie Gedanken, Gefühle, Verhalten und konkrete Schwierigkeiten Ziele, Übungen, neue Verhaltensweisen einüben
Systemische Therapie Beziehungen, soziale Zusammenhänge und Ressourcen Fragetechniken, Perspektivwechsel, Lösungen
Psychoanalytisch-Psychodynamische Therapie Unbewusste Muster und frühere Erfahrungen Verstehen, Deuten, die therapeutische Beziehung
Humanistische Therapie Persönliches Erleben, Entwicklung und Selbstbestimmung Gespräch, Erlebnisorientierung, Selbsterkundung

Zwei bewusst vereinfachte Beispiele helfen bei der Einordnung. Wer unter Panikattacken leidet und möglichst bald konkrete Werkzeuge für den Alltag möchte, zu dessen Anliegen passt die strukturierte Arbeitsweise der Verhaltenstherapie. Wer merkt, dass sich in Beziehungen immer wieder dasselbe Muster wiederholt, und verstehen will, woher es kommt, zu dem passt die verstehende Arbeitsweise psychodynamischer oder humanistischer Methoden; geht es um das Zusammenspiel in Partnerschaft oder Familie, ist die Systemische Therapie der nächstliegende Blick. Welche Richtung im Einzelfall hilft, zeigt sich erst im Gespräch.

Noch unsicher? Das geführte Matching auf matchyourtherapy.at fragt nach Ihrem Anliegen und Ihren Wünschen und zeigt passende Therapeut:innen mit freien Plätzen; die Richtung müssen Sie dafür nicht kennen. Es ersetzt keine fachliche Einschätzung, welche Methode medizinisch die beste ist, sondern hilft bei der Suche.

Vier Richtungen und 23 Methoden

Das Psychotherapiegesetz 2024, in Kraft seit 1. Jänner 2025, gliedert Psychotherapie in Österreich in vier psychotherapiewissenschaftliche Ausrichtungen, im Gesetz „Cluster“ genannt. Das sind Humanistische Therapie, Psychoanalytisch-Psychodynamische Therapie, Systemische Therapie und Verhaltenstherapie (§ 7 PThG 2024). Dahinter stehen laut ÖBVP 23 anerkannte Methoden, etwa Existenzanalyse, Gestalttherapie, Psychodrama, Systemische Familientherapie, Psychoanalyse oder Katathym Imaginative Psychotherapie.

Erkennbar ist die Richtung an der Berufsbezeichnung, wenn die Zusatzbezeichnung geführt wird; sicher ist der Blick in die Berufsliste. In Klammer hinter der Berufsbezeichnung darf die Ausrichtung als Zusatzbezeichnung stehen, die konkrete Methode optional nach einem Schrägstrich, zum Beispiel „Psychotherapeutin (Humanistische Therapie / Existenzanalyse)“. Wer mehrere Ausbildungen abgeschlossen hat, darf mehrere Zusatzbezeichnungen führen (§ 8 PThG 2024). Mehr dazu im Beitrag zu den Berufsbezeichnungen in der Psychotherapie.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Probleme gelernt sind und durch systematische Anwendung von Lernprinzipien wieder verlernt werden können. Seit der „kognitiven Wende“ der 1960er Jahre spielen auch Gedanken und Bewertungen eine zentrale Rolle; die kognitive Verhaltenstherapie erklären wir in einem eigenen Beitrag.

Das Vorgehen ist strukturiert und verläuft in Phasen. Am Anfang stehen eine genaue Abklärung und gemeinsam festgelegte Ziele, danach folgen konkrete Verfahren wie die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen, das Hinterfragen negativer Gedanken oder das Einüben neuer Verhaltensweisen. Die Schritte werden gemeinsam geplant, aktive Mitarbeit wird erwartet, und Termine finden häufig in der realen Lebensumgebung statt, laut Ministerium insbesondere bei Angststörungen, Familienproblemen und Zwangsstörungen.

Die Dauer gibt das Ministerium mit 20 bis 50 Stunden an, bei schweren Problemen auch länger; Häufigkeit und Intensität variieren nach Bedarf. Verhaltenstherapie findet hauptsächlich im Einzelsetting statt, Paar-, Familien- und Gruppentherapie sind möglich.

Systemische Therapie

Zur Systemischen Therapie zählen die Systemische Familientherapie und die Neuro-Linguistische Psychotherapie. Die Systemische Familientherapie betrachtet Probleme in ihren Beziehungszusammenhängen, sieht Menschen als „Experten und Expertinnen ihrer selbst“ und richtet den Blick auf Ressourcen und Lösungen.

Typisch für eine Sitzung sind spezielle Fragetechniken (zirkuläre Fragen), die Klärung der eigenen Ziele, Beobachtungsaufgaben oder das Stellen von Familien- und Lösungsskulpturen. Laut Ministerium ist die Systemische Familientherapie tendenziell eine Kurzzeittherapie und wird mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen eingesetzt. Zur Sitzungsfrequenz macht das Ministerium hier keine Angabe; laut ÖBVP findet Psychotherapie allgemein häufig einmal pro Woche statt.

Psychoanalytisch-Psychodynamische Therapie

Diese Richtung umfasst die meisten Methoden, darunter Psychoanalyse und Psychoanalytische Psychotherapie, Individualpsychologie, Analytische Psychologie, Katathym Imaginative Psychotherapie, Hypnosepsychotherapie und Transaktionsanalyse. Gemeinsam ist ihnen der Blick auf das Unbewusste und auf frühere Erfahrungen, die durch neue Beziehungserfahrungen mit der Therapeut:in korrigiert werden sollen; das heißt, in der Beziehung zur Therapeut:in soll sich anders anfühlen, was früher verletzt hat. Ziel ist laut Ministerium, die eigene Persönlichkeitsstruktur zugänglich zu machen, also die inneren Muster zu verstehen, die das eigene Erleben prägen.

In der Psychoanalyse sprechen Sie frei über das, was Ihnen in den Sinn kommt, die Therapeut:in hört zu, klärt und deutet. Andere Methoden dieser Richtung ergänzen das Gespräch, etwa um innere Bilder in der Katathym Imaginativen Psychotherapie oder um Trance in der Hypnosepsychotherapie. Die klassische Psychoanalyse arbeitet mit vier bis fünf Sitzungen pro Woche im Liegen und über eine vergleichsweise lange Dauer, die psychoanalytische Psychotherapie mit einer bis zwei Sitzungen pro Woche im Sitzen. Die Katathym Imaginative Psychotherapie findet in der Regel einmal pro Woche statt, als Kurztherapie mit rund 30 Stunden oder als ein- bis mehrjährige Langzeittherapie.

Humanistische Therapie

Zur Humanistischen Therapie gehören Existenzanalyse, Existenzanalyse und Logotherapie, Integrative Gestalttherapie, Gestalttheoretische Psychotherapie, Integrative Therapie, Klientenzentrierte beziehungsweise Personzentrierte Psychotherapie (bekannt als Gesprächspsychotherapie) und Psychodrama. Ihr Menschenbild betont laut Ministerium unter anderem Einzigartigkeit, Ganzheit, Freiheit, Beziehungsfähigkeit und Verantwortung der Person.

Im Zentrum steht meist das Gespräch, in dem Ihr eigenes Erleben im Mittelpunkt steht; je nach Methode kommen weitere Ausdrucksformen dazu. In der Gestalttherapie kommen erlebnisaktivierende Mittel wie kreative Medien, Imagination oder Körperarbeit dazu, im Psychodrama das Spiel von Szenen und der Rollentausch. Zur Dauer nennt das Ministerium für die Integrative Gestalttherapie meist eine bis maximal zwei Sitzungen pro Woche zu je 50 Minuten, insgesamt von einigen Stunden bis zu einigen Jahren; für die Existenzanalyse meist ein Gespräch wöchentlich und mindestens 20 bis 30 Gespräche.

Was belegt ist und was nicht

Drei Fragen werden hier oft vermischt, obwohl sie Verschiedenes bedeuten:

  • Gesetzliche Anerkennung: Alle 23 Methoden sind durch das Gesundheitsministerium anerkannt und zur Berufsausübung zugelassen. Das sagt, dass die Methode in Österreich gelehrt und ausgeübt werden darf
  • Wissenschaftliche Evidenz: Wie gut eine Methode bei einer bestimmten Erkrankung untersucht ist, beschreiben Behandlungsleitlinien je Erkrankung. Die Patient:innen-Information des Ministeriums hält allgemein fest, dass Psychotherapie für unterschiedliche Störungsbilder und Methoden eine hohe, insbesondere langfristige Wirksamkeit aufweist; eine Rangliste der Richtungen enthält sie nicht. Für Angststörungen etwa schreibt das Gesundheitsportal des Bundes, dass sich verhaltenstherapeutische Ansätze sehr bewährt haben, und bei Depression empfiehlt die deutsche Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression Psychotherapie je nach Schweregrad allein oder kombiniert mit Medikamenten
  • Persönliche Passung: Ob eine Methode Ihnen hilft, lässt sich laut Ministerium nur im persönlichen Gespräch klären. Der Erfolg hängt wesentlich von der Zusammenarbeit zwischen Patient:in und Therapeut:in ab, und auch der ÖBVP nennt die Beziehung für den Behandlungsverlauf von großer Bedeutung

Das Ministerium hält außerdem fest, dass es keine Hinweise auf beeinträchtigende Wirkungen korrekt ausgeübter Psychotherapie gibt. Das heißt nicht, dass Therapie immer angenehm ist. Phasen, in denen es vorübergehend anstrengender wird, gehören dazu; auch der ÖBVP beschreibt Momente der Skepsis, Rückfälle und Krisen als Teil des Verlaufs. Wenn es Ihnen über längere Zeit schlechter geht oder Sie sich nicht ernst genommen fühlen, sprechen Sie das an; ein Wechsel ist möglich.

Hängt der Kassenzuschuss von der Therapierichtung ab?

Nein. Die Krankenordnung der ÖGK knüpft den Zuschuss an die Eintragung der Therapeut:in in die Berufsliste, an eine krankheitswertige Störung und an eine ärztliche Untersuchung spätestens vor der zweiten Sitzung, nicht an eine bestimmte Methode. Auf der Honorarnote muss die Behandlungsmethode allerdings stehen, zusammen mit Diagnose, Datum und Dauer der Sitzungen. Die Höhe hängt von Ihrer Kasse und der Sitzungslänge ab: 2026 zahlt die ÖGK 33,70 Euro je Einzelsitzung von 60 Minuten, die SVS 50,00 Euro und die BVAEB 50,20 Euro je Einzelsitzung ab 50 Minuten; ab der elften Sitzung braucht es eine Bewilligung. Wie der Antrag läuft, steht im Leitfaden zum ÖGK-Kostenzuschuss.

Davon zu unterscheiden sind die voll finanzierten Kassenplätze bei Vertragspartnern der Kassen, meist Versorgungsvereinen. Sie sind laut ÖBVP kontingentiert und je nach Bundesland an Zuteilungskriterien gebunden; welche Richtungen dort angeboten werden, hängt vom jeweiligen Verein ab. Den Vergleich der Wege finden Sie im Beitrag Kassenplatz, Wahltherapie oder selbst zahlen.

Was Sie tatsächlich zahlen, bestimmen das frei festgelegte Honorar der Praxis und die Häufigkeit der Termine. Wer wie in der klassischen Psychoanalyse mehrmals pro Woche kommt, zahlt den Eigenanteil entsprechend oft. Was eine Sitzung kostet, zeigt der Kosten-Leitfaden für Psychotherapie in Österreich.

Fünf Fragen, die bei der Wahl helfen

Keine der vier Richtungen ist für alle Menschen die richtige. Diese fünf Fragen helfen, die Auswahl einzugrenzen.

  • Anliegen und Ziel: Wollen Sie ein konkretes Symptom wie Panikattacken oder Zwänge gezielt angehen, oder möchten Sie wiederkehrende Muster in Ihrem Leben verstehen? Das Ministerium nennt für die Verhaltenstherapie konkrete Verfahren wie die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen; eine Empfehlung, welche Richtung bei welcher Diagnose vorzuziehen ist, enthält die Information nicht
  • Arbeitsweise: Lieber strukturiert mit Zielen, Übungen und klaren Schritten wie in der Verhaltenstherapie, oder lieber offen und verstehend entlang des eigenen Erlebens wie in humanistischen und psychodynamischen Methoden? Systemische Therapie arbeitet lösungsorientiert mit Fragetechniken und Aufgaben
  • Setting: Soll Ihre Partner:in oder Ihre Familie einbezogen werden? Die Systemische Familientherapie ist aus der Paar- und Familientherapie entstanden; Paar- und Familiensettings gibt es aber auch in anderen Methoden
  • Zeit und Budget: Eine klassische Psychoanalyse mit vier bis fünf Terminen pro Woche ist ein anderes Zeit- und Kostenpaket als eine Verhaltenstherapie mit 20 bis 50 Stunden oder eine systemische Kurzzeittherapie
  • Das Gefühl im Erstgespräch: Fühlen Sie sich verstanden und ernst genommen? Laut Ministerium ist nur im persönlichen Gespräch zu klären, ob eine Methode im Einzelfall hilft und das nötige Vertrauen entsteht

Und wenn es nicht passt? Ein Wechsel ist möglich und laut ÖBVP sogar angezeigt, wenn sich trotz beidseitigen Bemühens kein ausreichendes Vertrauen einstellt; am besten besprechen Sie das offen mit Ihrer Therapeut:in. Was im Erstgespräch typischerweise geklärt wird, zeigt unser Beitrag zum Erstgespräch.

Wenn Sie nach diesen Fragen eine Tendenz haben, aber noch keine konkrete Praxis, filtern Sie auf matchyourtherapy.at nach Methode oder lassen sich vom geführten Matching Vorschläge machen und klären die Richtung dann im Erstgespräch.

So finden Sie die passende Richtung in der Praxis

In der Berufsliste des Gesundheitsministeriums (psychotherapie.ehealth.gv.at) wählen Sie im Feld „Zusatzbezeichnung“ eine der vier Richtungen und im Feld „psychotherapeutische Methode“ die konkrete Methode aus. Psychotherapie darf in Österreich nur ausüben, wer in dieser Liste eingetragen ist.

Auf matchyourtherapy.at filtern Sie die Profile nach Methode und sehen Schwerpunkte, Stundensatz und Verfügbarkeit direkt im Profil. Starten können Sie direkt auf der Startseite.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie?
Verhaltenstherapie setzt bei konkreten Problemen an, legt Ziele fest und arbeitet mit Übungen wie der Konfrontation mit angstauslösenden Situationen oder dem Hinterfragen negativer Gedanken; laut Ministerium dauert sie 20 bis 50 Stunden, bei schweren Problemen länger. Tiefenpsychologische beziehungsweise psychodynamische Methoden richten den Blick auf das Unbewusste und frühere Erfahrungen, die in der Beziehung zur Therapeut:in verstanden und korrigiert werden sollen; Frequenz und Dauer reichen von einer bis zwei Sitzungen pro Woche bis zur klassischen Analyse mit vier bis fünf Sitzungen.
Welche Psychotherapie-Richtung ist die beste?
Eine allgemeine Rangliste gibt es nicht. Alle 23 in Österreich anerkannten Methoden sind durch das Gesundheitsministerium approbiert, und laut dessen Patient:innen-Information weist Psychotherapie für unterschiedliche Störungsbilder und Methoden eine hohe Wirksamkeit auf. Für einzelne Erkrankungen beschreiben Behandlungsleitlinien, welche Verfahren besonders gut untersucht sind. Entscheidend bleibt, dass die Arbeitsweise zu Ihrem Anliegen passt und im Erstgespräch Vertrauen entsteht.
Welche Psychotherapie hilft bei Angststörungen?
Das Gesundheitsportal des Bundes schreibt, dass sich verhaltenstherapeutische Ansätze in der Behandlung von Angststörungen sehr bewährt haben, bei spezifischen Phobien zusätzlich die schrittweise Konfrontation mit der gefürchteten Situation. Das schließt andere Richtungen nicht aus; welche Behandlung für Sie passt, klären Sie mit Ihrer Ärzt:in oder Therapeut:in. Mehr dazu im Beitrag zur [Angststörung](https://matchyourtherapy.at/blog/angststoerung-behandlung-oesterreich).
Was ist der Unterschied zwischen systemischer Therapie und Verhaltenstherapie?
Verhaltenstherapie setzt bei Ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Verhaltensweisen an und arbeitet mit Zielen und Übungen. Systemische Familientherapie betrachtet ein Problem in seinen Beziehungszusammenhängen, arbeitet mit Fragetechniken, Beobachtungsaufgaben und Lösungsbildern und bezieht oft Partner:in oder Familie ein. Laut Ministerium ist die Systemische Familientherapie tendenziell eine Kurzzeittherapie, die Verhaltenstherapie dauert 20 bis 50 Stunden; die klassische Psychoanalyse beschreibt das Ministerium dagegen mit vier bis fünf Sitzungen pro Woche und vergleichsweise langer Dauer.
Muss ich meine Therapierichtung vor dem Erstgespräch kennen?
Nein. Das Erstgespräch dient laut ÖBVP vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen. Sie kommen mit Ihrem Anliegen, die Therapeut:in erklärt ihre Arbeitsweise, und Sie entscheiden danach, ob es passt. Auf matchyourtherapy.at können Sie nach Methode filtern oder das geführte Matching ohne Vorwissen starten.
Ist Gesprächspsychotherapie eine eigene Richtung?
Nein, Gesprächspsychotherapie ist der geläufige Name für die Klientenzentrierte beziehungsweise Personzentrierte Psychotherapie nach Carl Rogers. Sie gehört zur Humanistischen Therapie und steht in der Berufsliste unter dieser Zusatzbezeichnung, als Methode „Klientenzentrierte“, „Personenzentrierte“ oder „Personzentrierte Psychotherapie“.
Zahlt die Krankenkasse für jede Richtung gleich viel?
Ja, die Richtung spielt keine Rolle. Die Krankenordnung der ÖGK setzt für den Zuschuss die Eintragung in die Berufsliste, eine krankheitswertige Störung und eine ärztliche Untersuchung vor der zweiten Sitzung voraus, nicht eine bestimmte Methode. Die Höhe hängt von Kasse und Sitzungslänge ab: 2026 erstattet die ÖGK 33,70 Euro je Einzelsitzung von 60 Minuten, die SVS 50,00 Euro und die BVAEB 50,20 Euro je Einzelsitzung ab 50 Minuten. Auf der Honorarnote muss die Behandlungsmethode angegeben sein.
Kann ich die Richtung oder die Therapeut:in später wechseln?
Ja. Der ÖBVP empfiehlt einen Wechsel ausdrücklich, wenn sich trotz beidseitigen Bemühens kein ausreichendes Vertrauen einstellt. Besprechen Sie den Schritt am besten offen mit Ihrer bisherigen Therapeut:in und klären Sie mit Ihrer Kasse, ob ein neuer Antrag nötig ist.

Wahltherapeut:innen mit freien Plätzen

Alle mit freien Plätzen
  • Julia Fessler, BSc

    Psychotherapeutin in Fachausbildung unter Lehrsupervision

    (Humanistische Therapie / Personzentrierte Psychotherapie)

    1130 Wien

    Kein Kassenzuschuss 80 €

    Vor Ort & online · Frei in 1–2 Wochen

    Profil ansehen
  • DI Ernst Hackl

    Psychotherapeut, eingetragen in der Berufsliste

    (Psychoanalytisch-Psychodynamische Therapie / Hypnosepsychotherapie)

    4210 Gallneukirchen

    130 €/Sitzung Zuschuss möglich

    Vor Ort & online · Frei in 1–2 Wochen

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  • Stefan J. Siegl

    Psychotherapeut in Fachausbildung unter Lehrsupervision

    (Systemische Therapie / Systemische Familientherapie)

    8350 Fehring

    Kein Kassenzuschuss 85 €

    Vor Ort & online · Frei in 1–2 Wochen

    Profil ansehen

Quellen & wissenschaftliche Grundlagen

  1. [1]

    Psychotherapiegesetz 2024 (PThG 2024), § 7 Ausrichtungen (Cluster), § 8 Berufs- und Zusatzbezeichnungen, § 22 Berufsberechtigung, RIS geltende Fassung https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20012578

  2. [2]

    BMSGPK: Patientinnen- und Patienten-Information über die psychotherapiewissenschaftlichen Ausrichtungen, Stand 6. Dezember 2024 (PDF, bereitgestellt vom ÖBVP) https://www.psychotherapie.at/sites/default/files/downloads/BMASGPK-Patientinneninformation-Anerkannte-Verfahren-Stand-2024-12-02_0.pdf

  3. [3]

    Gesundheitsportal gesundheit.gv.at: Psychotherapeutin/Psychotherapeut, Ausrichtungen (Cluster), Berufsliste, Kosten https://www.gesundheit.gv.at/gesundheitsleistungen/berufe/gesundheitsberufe-a-z/psychotherapie/psychotherapeut.html

  4. [4]

    ÖBVP: Über Psychotherapie, Ablauf, Erstgespräch, Wechsel, 23 anerkannte Methoden in vier Clustern https://www.psychotherapie.at/patientinnen/ueber-psychotherapie

  5. [5]

    ÖBVP: Kosten einer Psychotherapie, Zuschusssätze der Kassen Stand 1.1.2026 https://www.psychotherapie.at/patientinnen/ueber-psychotherapie/kosten-einer-psychotherapie

  6. [6]

    Berufsliste (Psychotherapie) des BMASGPK, Suche nach Zusatzbezeichnung und psychotherapeutischer Methode https://psychotherapie.ehealth.gv.at/

  7. [7]

    ÖGK: Psychotherapie, Kostenübernahme bei Vertragspartnern und Kostenzuschuss bei eingetragenen Psychotherapeut:innen https://www.oegk.at/cdscontent/?contentid=10007.870222

  8. [8]

    Krankenordnung der ÖGK 2025, AVSV Nr. 72/2025, § 23 Psychotherapie (Voraussetzungen, Angaben auf der Honorarnote) https://www.ris.bka.gv.at/Dokumente/Avsv/AVSV_2025_0072/AVSV_2025_0072.html

  9. [9]

    Gesundheitsportal des Bundes: Diagnose und Therapie von Angststörungen, verhaltenstherapeutische Ansätze https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/psyche/neurose/angststoerung-diagnose.html

  10. [10]

    Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Version 3.2, Kapitel 5: Psychotherapie je nach Schweregrad allein oder kombiniert https://www.leitlinien.de/themen/depression/version-3/kapitel-5

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